Der Drittligist führt durch Boyds Treffer zur Pause
Das Spiel, geleitet von Schiedsrichter Niklas Diehm, war wohl mehr als nur eine gelungene Besetzung eines badischen Pokalfinales. Ein Mannheim Stadtduell zweiter Teams, deren Stadien nur einen Steinwurf voneinander entfernt liegen.
Der Favorit, der Drittligist Waldhof Mannheim, fand nach einem unruhigen Auftakt sehr schnell ins Spiel. Luc Holtz‘ Mannschaft wirkte ballsicher, agierte giftig in den Zweikämpfen und kombinierte sich des Öfteren in den Sechzehner des VfR. Folgerichtig entstanden erste blau-schwarze Torgelegenheiten. Nach zehn Minuten musste Bisinger zunächst einen Abschluss von Abifade aus guter Position entschärfen, ehe Boyd die anschließende Ecke haarscharf am langen Pfosten vorbeiköpfte (10.).
Der ehemalige US-amerikanische Nationalspieler erwies sich auch in den darauffolgenden Minuten als Dreh- und Angelpunkt des Waldhöfer Spiels. Boyd setzte regelmäßig seinen Körper geschickt ein, sondern verteilte auch die Bälle geschickt.
Führung durch Boyd
In der 19.Minute dann der erste entscheidende Moment und Abschluss des Mittelstürmers. Humorlos hämmerte der im Strafraum ungedeckte Boyd nach einer Körperdrehung den Ball in die Maschen und brachte somit den Favoriten in Front. Die Führung des SVW kündigte sich zu diesem Zeitpunkt bereits an. Der VfR verteidigte zwar mit maximaler Leidenschaft, nichtsdestotrotz fand die Partie aufgrund des blau-schwarzen Pressings über weite Strecken in der blau-weiß-roten Hälfte statt.
Zu dieser Phase merkte VfR-Coach Abele dann auch richtig an: „Es war sehr schwer, diese Wucht zu verteidigen“. Da bezahlte der Oberligist natürlich Lehrgeld, da man solche Gegner wie den SV Waldhof Mannheim im Ligabetrieb nicht vor die Flinte bekommt: „Wir mussten sehr viel investieren, passen einmal nicht auf und dann schweißt Terrence Boyd den Ball mit links in den Winkel rein“, verwies er ebenfalls auf die hohe individuelle Klasse der Waldhof-Spieler.
Nach dem 0:1 verflachte die Partie ein wenig. Der SVW kontrollierte das Geschehen, ohne Nreca-Bisingers Gehäuse unter Dauerbeschuss zu nehmen. Gelegentlich schaffte es der Favorit jedoch, sich in den VfR-Strafraum zu kombinieren und den blau-weiß-roten Schlussmann zu prüfen. Sowohl Abifade (26., 41.) als auch Michel (38.) hätten für Waldhof erhöhen können, doch in ihren Abschlüssen fehlten sowohl Wucht als auch Präzision. Darüber hinaus fungierte Bisinger als sicherer Rückhalt.
Gegen Ende der ersten Halbzeit konnte sich der VfR seinerseits gelegentlich in Richtung Waldhöfer Tor vorarbeiten. Kurz vor dem Pausenpfiff verbuchte der Oberligist zwei aufeinanderfolgende Ecken sowie einen Einwurf aus aussichtsreicher Position für sich. Auch wenn der Waldhof bis zu diesem Zeitpunkt einen seriösen Auftritt hinlegte, so war der VfR keineswegs chancenlos unterlegen. Häufig fehlte der finale Pass, um hochkarätige Großchancen zu kreieren.
Dementsprechend herrschte beim VfR-Anhang zwar noch Zuversicht, allerdings gingen auch die "Buwe" zuversichtlich in die Kabinen. Hier spekulierte man bei hochsommerlichen Temperaturen auf die körperlichen Faktor.
Der Waldhof gewinnt den badischen Pokal
Bierschenk und Rieckmann sorgen für die Entscheidung
Nach Wiederanpfiff schafften es die Blau-Weiß-Roten, sich durch längere Ballbesitzphasen in Richtung Waldhöfer Tor vorzuarbeiten. Sowohl über den rechten als auch über den linken Flügel konnte der Oberligist Druck entwickeln und ließ die Abwehr des Favoriten auf Hochtouren arbeiten. Wie bereits gegen Ende der ersten Halbzeit fehlte jedoch auch im zweiten Durchgang der finale Pass.
Als Paradebeispiel lässt sich eine scharfe Hereingabe von Krüger erwähnen, die Waldhofs Verteidigung gerade noch so zur Ecke klären konnte (53.). Den 16.921 Zuschauern offenbarte sich nun aber ein offener Schlagabtausch mit spielfreudigen Rasenspielern, denen schlicht und ergreifend der berühmte letzte Tick zum Glück fehlte. Da entweder der finale Pass nicht ankam oder irgendein Waldhöfer Fuß den blau-weiß-roten Abschluss blockte, fiel der Ausgleich nicht.
Bierschenk trifft zur Vorentscheidung
Mitten in eine stärkere Phase folgte der Nackenschlag für den Oberligisten. Bierschenk verwertete eine Rückgabe seines Teamkollegen und hämmerte den Ball in die Maschen zum vorentscheidenden 0:2 (70.).
20 Minuten vor Ende einen Zwei-Tore-Rückstand gegen einen zwei Ligen höher spielenden Kontrahenten bei brütender Hitze aufzuholen, glich einer unrealistischen Mammutaufgabe.
Der VfR blieb weiter engagiert, gab sich auch zu diesem Zeitpunkt nicht geschlagen. Beeindruckend, dass das Team von Trainer Abele weiterhin ein ebenbürtiger Gegner blieb. Dies sollte auch Hoffnung machen die kommenden Aufgaben, final in der Relegation zur Regionalliga Südwest.
Entscheidung zum 3:0 durch Rieckmann
Anstelle des Ehrentreffers fiel nach einem Konter jedoch das 0:3 für den Mannschaft des scheidenden Trainers Luc Holtz. Rieckmann scheiterte im Eins-gegen-Eins zunächst noch an Nreca-Bisinger , erzielte aber im Nachsetzen den dritten Waldhöfer Treffer des Tages.
So konnte auch Marcel Abele die Leistungen entsprechend einordnen: „Alles in allem war es ein verdienter Sieg“, Eine kurze, aber exakt zutreffende Bewertung der Darbietungen bei hochsommerlichen Temperaturen.
Am Ende blieb für die Waldhöfer ein halbwegs versöhnlicher Ausklang, wenn sich auch offenbar innerhalb des Vereins einige Baustellen auftun. Hier sollte man die Sommerpause für Ordnung und erkennbare Strukturen / Hierarchien sorgen.







