Der Sport rückt leider an diesem Abend in den Hintergrund
Schiedsrichter Robert Schröder hatte dieses Hochrisikospiel kaum angepfiffen,da wurde schon zu Beginn aus dem Gästeblock zahlreich Pyro gezündet, es knallte alle paar Sekunden im Block der Pfälzer. Dieses Szenario setzte sich fort und bereits in der 3.Minute war die Begegnung unterbrochen. Was dann geschah, war ein Hochschrauben der Eskalationsstufen auf beiden Seiten.
85 Menschen wurden bei Ausschreitungen während des Derbys in Mannheim verletzt. Der DFB kündigt eine Untersuchung an, der Innenminister fordert Strafen. Nach diesen Vorkommnissen hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Konsequenzen für beide Vereine angekündigt: "Der Deutsche Fußball-Bund wird die Berichte auswerten und den zuständigen Gremien zuleiten", hieß es in einer Stellungnahme in den sozialen Medien . Für sicherheitsgefährdendes Verhalten sei im Fußball kein Platz.
Der Sonderbericht wird entsprechend lang sein, sagte Referee Robert Schröder bei Sky.
Ernüchternde Bilanz eines Fußballabends
Verletzte auf beiden Seiten und festgenommene Fans
Nach Angaben der Polizei wurden bei den Ausschreitungen 35 Beamte verletzt und mehrere Fußballfans vorläufig festgenommen. In Summe mussten 85 Personen medizinisch betreut werden und acht von ihnen zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus. Bei den behandelten Blessuren handelte es sich laut einer Polizeisprecherin nach bisherigen Erkenntnissen um leichte Verletzungen.
23.513 Zuschauer hatten das Spiel im ausverkauften Carl-Benz-Stadion in Mannheim am Freitagabend besucht, darunter etwa 3.500 Gästeanhänger. Die beiden Fanlager sind sich seit den frühen 1980er-Jahren nicht grün und lieferten sich ein aufgeheiztes Duell auf den Rängen – inklusive Pyrotechnik, Feuerwerkskörpern und aufwendiger Choreografie.
Eskalation erreicht ihren Höhepunkt
Zum Ende der regulären Spielzeit brechen Dämme
Nach Provokationen, leider auch vom Kapitän des FCK, kam es zum Ende der regulären Spielzeit zu einer Rudelbildung auf dem Platz, zu Würfen von Gegenständen und dem Abschießen von Raketen aus dem Gästeblock in Richtung Haupttribüne.
Nun stürmten Mannheimer Fans den Platz und die Situation eskalierte. Einsatzkräfte der Polizei mussten einschreiten, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen. Manche Beamten waren zu Pferd, ebenso eine Hundestaffel im Einsatz. Dabei wurden nach Angaben der Polizei 33 Beamte der Bundespolizei sowie zwei Polizisten aus Baden-Württemberg leicht verletzt. Insgesamt waren rund 1.400 Sicherheitskräfte im Einsatz, darunter Beamte aus Rheinland-Pfalz und Bayern.
Als sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, wurde die Partie nach einer mehr als halbstündigen Pause regulär beendet. Der sehenswerte, späte Siegtreffer der Pfälzer durch Kanaté geriet angesichts dieser Begleiterscheinungen zur Randnotiz und es bleibt nun abzuwarten, wie die DFB-Gerichtsbarkeit hier sanktionieren wird.







