"Wenn man mir vor einer Woche gesagt hätte, dass man nach einer Woche so eine erste Halbzeit spielen kann, das hätte ich nicht geglaubt, weil ich so was noch nie gesehen habe. Die Jungs haben ein unglaubliches Fußballspiel gemacht, das in allen Bereichen top war, richtig top". So die Aussagen des Bundestrainers bei RTL nach dem Spiel in Thessaloniki.
Jetzt kennt jeder die Mechanismen dieses Geschäfts und eine gute Portion Marketing in eigener Sache gehört zum Rüstzeug eines Trainers. Ein bisschen demütiger wäre es aber schon gegangen. Auch in Griechenland war für mich in der zweiten Halbzeit ein Qualitätsverlust erkennbar.
Ich habe diese vier Spiele also komplett verfolgt und sah wenig, was bei mir Ekstase ausgelöst hätte. Dazu waren speziell die Darbietungen beim Spiel in Augsburg deutlich zu dünn und auch beim Sieg gegen Serbien, muss man auch feststellen, dass dieser Gegner schon bessere Tage gesehen hat.
Hoffnung machten Spieler wie Treu oder Nmecha, Wirtz mit seiner Vorstellung gegen die Serbien oder auch mutige junge Akteure wie Scherhant und Bischof. Gewinner, ohne Einschränkung, war Urbig im Tor.
Diesem Licht gegenüber stand allerdings auch Schatten. Hier stellen sich Fragen bei den zentralen Positionen im Sturm, aber auch bei der Besetzung der Defensive.
Herausragend, wie es Klopp formulierte, war für mich faktisch nichts. Auch fehlt mir die konkrete Benennung von Ursachen für den Zustand des deutschen Fußballs. Hier darf man auf das gespannt sein, was Per Mertesacker, mit seiner langjährigen Erfahrung in der Akademie bei Arsenal London, bewegen wird. Das Hauptproblem des deutschen Fußballs heißt Nachwuchsarbeit.
Bild: Brück





