KSC gegen Darmstadt: Effizienz schlägt Ballbesitz und Zweikampfstärke
Vier Neue in der Startelf des KSC nach der 0:2 Niederlage beim FC St. Pauli. Jung, Väänänen, Wiethaup und Eichinger beginnen. Auf die Bank rücken zunächst Ofli und Zor. Pinto Pedrosa und Ben Farhat fehlen angeschlagen komplett im Kader.
Bei den Lilien gibt’s gegenüber dem 3:1 Heimerfolg gegen Energie Cottbus zwei Änderungen. Akiyama und Duijvestijn starten, während Weißhaupt von der Bank kommt. Verkooijen fehlt komplett im Kader
Schiedsrichter im Wildpark war Marc Philipp Eckermann, der die Begegnung pünktlich freigegeben hatte
Führung KSC durch Fukuda
Das ging schnell. Mit der ersten ernsthaften Torannäherung in der 6.Minute gleich die Führung. Wanitzek hatte einen langen Ball per Kopf zu Fukuda an den Sechzehner gebracht, der kam sofort mit dem Linken zum Abschluss. Sein Ball Schlag dann neben dem Innenpfosten ein. Null Chance für Schuhen im Tor der Lilien.
Böser Patzer von Schuhen zum 2:0
Das Ding ging jetzt tatsächlich mit dem Keeper der Darmstädter Das sah in der Entstehung zunächst wie ein Befreiungsschlag aus. Dennoch traf der KSC mit dem zweiten Abschluss zum zweiten Mal. Eichinger bediente am Strafraumeck Wanitzek, der per Hacke ablegte auf Eichinger. Dessen Schuss von der Strafraumgrenze konnte Schuhen nicht festmachen, was auch schwierig war. Fukuda nahm den Abpraller unmittelbar auf. Der Kontakt war nicht gut und die Kugel kam zu Wanitzek, der aus spitzem Winkel mit Gewalt ins lange Eck traf. Die 13.Minute lief und es stand 2:0 für die Hausherren.
Die Zwei-Tore-Führung hatte den Gastgebern ordentlich Sicherheit verschafft. In der 19.Minute dennoch wieder so ein langer Ball vor der Mittellinie, diesmal von Duijvestijn, Lee macht den Ball fest, Tremoulet eher ungeschickt im Zweikampf. Lee hatte nur noch Bernat vor sich, hätte noch gehen können, schoss aber schon von der Strafraumgrenze deutlich über das Tor. Mittlerweile war hier eine halbe Stunde gespielt. Die Hausherren durchgehend stabil gegen den Ball, Darmstadt konnte hier bisher aber auch wenig Gefahr entwickeln. Der Aufbau zu behäbig und die Räume meist schon dicht.
Etwas Leerlauf im Spiel
Die folgenden Minuten liefen runter und es war Zeit für ein Blick auf die Statistiken. Der Ballbesitz bisher ausgeglichen, aber die Badener haben bei einem x-goal unter 0,4 zwei Treffer erzielt. Bei der Zweikampfquote, das überraschte, lagen die Lilien bei über 70%. Strafraumszenen waren selten geworden,was auch daran lag, dass Darmstadt jetzt stabiler stand. Das wirkte dennoch ein wenig statisch.
Fast die Umschaltsituation für den KSC, der nur auf die Fehler wartet. Sofort spielte Wanitzek aus dem linken, defensiven Halbfeld in die Spitze, auf der anderen Seite war Fukuda schon wieder gestartet. Doch der Ball rutschte etwas ab und Schuhen war zur Stelle.
Je näher die Halbzeitpause rückte, desto seltener wurden die gefährlichen Strafraumszenen. Darmstadt hatte sich defensiv stabilisiert, wirkte im Spiel nach vorne allerdings weiterhin zu statisch. Karlsruhe musste dagegen nicht mehr viel riskieren und konnte auf mögliche Fehler der Gäste warten.
Ein Blick auf die Statistiken offenbarte ein bemerkenswertes Bild. Während der Ballbesitz weitgehend ausgeglichen war, entschieden die Lilien mehr als 70 Prozent der Zweikämpfe für sich. Dennoch führte der KSC mit zwei Treffern. Besonders auffällig: Der bisherige Expected-Goals-Wert der Badener lag bei weniger als 0,4.
Damit unterstrichen die Gastgeber ihre enorme Effizienz vor dem gegnerischen Tor. Darmstadt konnte seine Vorteile in den Zweikämpfen dagegen nicht in gefährliche Abschlüsse ummünzen.
Wanitzek sucht erneut Fukuda – Schuhen verhindert die Chance
Kurz vor dem Seitenwechsel deutete der KSC noch einmal seine Gefährlichkeit im Umschaltspiel an. Marvin Wanitzek spielte aus dem linken defensiven Halbfeld sofort einen langen Ball in die Spitze. Auf der anderen Seite war Shio Fukuda bereits gestartet und suchte den Weg hinter die Darmstädter Abwehr.
Allerdings geriet der Pass etwas ungenau. Darmstadts Schlussmann Marcel Schuhen war aufmerksam, kam rechtzeitig aus seinem Tor und entschärfte die Situation.
Nach einer Minute Nachspielzeit beendete Schiedsrichter Marc Philipp Eckermann die erste Halbzeit. Karlsruhe ging mit einer 2:0-Führung in die Kabine. Während die Gastgeber vor allem durch ihre Chancenverwertung überzeugten, musste Darmstadt nach der Pause offensiv deutlich zielstrebiger werden.
Wiederanpfiff und kein neues Personal
Beim Personal änderte sich auf beiden Seiten zunächst nichts. Bei den Lilien wurde aus einer klar erkennbaren Viererkette im Spiel mit dem Ball eher eine Fünferkette. Das sollte wohl für mehr Breite sorgen, bisher jedoch keinerlei Veränderung zu erkennen.
Der dritte Treffer durch Kobald
Neben seiner starken Vorstellung in der Defensive, zeichnete sich Kobald nun als Torschütze aus! Fukuda ging in der 50.Minute auf rechts, holte einen Einwurf an der Eckfahne heraus. Fukuda führte aus, Wanitzek flankte aus dem rechten Halbfeld und Kobald nickte So einfach kann Fußball sein.
Nicht nur wegen des Resutats fehlte hier den Fans, auch denen der Gäste,
die Vorstellung, dass der SVD in diese Partie noch einmal zurückkommen könnte. Das war bisher einfach zu bieder. Seit über einem Jahr hat Darmstadt nicht mehr auswärts gewinnen können, dies hat Ursachen.
Wechsel bei den Fächerstädtern in der 62.Minute. Ponente Ramirez kam für Eichinger in die Begegnung. Bei den Gästen deutete sich noch kein Wechsel an.
Wiethaup zum Vierten
Wenn es läuft, läuft’s. In der 65.Minute dribbelte Wiethaup vor dem Strafraum, fasste sich ein Herz, zog ab. Sein Schuss nicht allzu hart, aber platziert. Die Kugel nahm den Weg über den rechten Innenpfosten ins Tor.
Nach diesem Treffer zwei Wechsel bei den Hausherren. Civeja und Ofli kamen für Franke und Wiethaup. In der 72.Minute dann auch Bewegung auf der Bank der Hessen. Für Akiyama, Duijvestijn, Richter und Lee kamen vor 27.823 Fans nun Kleinhansl, El Kadiri, Lührs und Weißhaupt.
Darmstadt gelingt wenig
In der 79.Minute eine Offensivaktion, man muss sie erwähnen, da den Lilien ansonsten hier wenig gelang. El Kadiri schlug eine Flanke zu nah ans Karlsruher Tor. Chance vertan. Die Luft war hier längst raus. Zwei Wechsel bei den Blauen: Zor und Scholl ersetzten Kobald und Väänänen (81.). Die nächste gefährliche Aktion wieder für die Gastgeber, nur eine Minute später. Darmstadt brachte den Ball nicht aus der Gefahrenzone, von der linken Seite kam eine Wanitzek-Flanke auf den langen Pfosten, Ofli stieg hoch und wollte ins lange Eck köpfen. Schuhen hatte er überlüpft, doch der machte sich extrem lang, verhinderte den Einschlag. Starke Parade des Gästekeepers.
In der 87.Minute mal etwas Gefahr vor Bernat. Nach einem Seitenwechsel hatte Mikelbrencis auf der rechten Seite viel Platz, legte am Strafraum ins Zentrum auf El Kadiri, der sofort aufs linke Eck abzog. Gefühlt ist Bernat erstmals ernsthaft gefordert. Der KSC-Keeper tauchte ab und klärte. Zwei Minuten später bekam Civeja auf der Gegenseite die Chance, sein Schuss aber kein Problem für Schuhen.
Die Nachspielzeit betrug drei Minuten. Chancen blieben aus und der KSC bleibt hier souveräner Sieger.
Foto: Brück





